J. PAHIKKALA:  »Die Diphthonge der nichtersten Silben in der Mundart von Masku«

Die Zahl nichthaupttoniger Diphthonge in den südwestfinnischen Mundarten ist nicht allzu groß.  Den Stoff für diese Studie, die sich mit den betr. Diphthongen und den von ihnen bedingten konsonantischen Erscheinungen beschäftigt, lieferte die zur Nordwestgruppe der südwestfinnischen Dialekte zählende alte Mundart von Masku, wie sie um die Jahrhundertwende dort gesprochen wurde.

    Die meisten älteren Diphthonge, vor allem diejenigen der Verbalformen, wurden gekürzt – ebenso wie die langen Vokale nichthaupttoniger Silben in den Südwestmundarten überhaupt:   durch Wegfall ihres zweiten Bestandteils.   Übrig blieben nur zweierlei Diphthonge:   1. die aus dem Urfinnischen stammenden, auf  i  ausgehenden, und 2. die jüngeren, aus zwei vokalen benachbarter Silben entstandenen sogen. Kontraktionsdiphthonge.

   Diphthongstudien stützen sich zu einem wesentlichen Teil auf Untersuchungen über die dem Diphthong unmittelbar vorangehenden Stammkonsonanten.  Ist dieser Konsonant ein (k)k, (p)p oder (t)t, so verursachen die ursprünglichen Diphthonge (1) im Gegensatz zu den übrigen finnischen Mundarten in den südwestfinnischen Dialekten in der Regel eine Abschwächung der Stufe, d.h. eine Infirmation.  Die Kontraktionsdiphthonge (2) ihrerseits bewirken in der Regel eine Verdoppelung der Einzelkonsonanten k, p, t und s.  Die Wirkungen der betr. Erscheinungen berühren klar voneinander getrennte morphologische Gruppen, ohne sich jemals zu überlappen.

   Auch die auf  i  ausgehenden Kontraktionsdiphthonge zählen zu denen, die Gemination auslösen.  Mit den Estnischen vergleichende Untersuchungen über diese Diphthonge und die urfinnischen Diphthonge gestatten den Rückschluß, daß die Infirmation erheblich älter ist als die Gemination.   Sie scheint schon vor der estnischen Migration nach Südfinnland Verbreitung gefunden zu haben.

   Das Alter der Infirmation läßt über die bisherige Auffassung über den Charakter des Partitiv Plural vom typ suðei Zweifel aufkommen.   Dieser Typ kommt bei den e-stammigen Nomina in der Nordwestgruppe der Südwestmundarten vor und gilt als Analogie nach dem Muster der i-Stämme (tauti : taoðei).  Der Verf. jedoch führt Argumente an, die für einen lautgesetzlichen Prozeß sprechen.  Auch der seltene Typ häðäi, tuhvai kann als sehr alt und lautgesetzmäßig interpretiert werden.

   Die Sondergemination der Südwestmundarten ist eine unverkennbar lautgesetzliche, wennschon unproduktive Erscheinung.  Die Wirkung des betr. Lautgesetzes entfällt gelegentlich bei den auf  u  oder  y  ausgehenden Diphthongen (es heißt viissaus, auf der anderen Seite aber pysäys), ist also ein Indikator für den Altersunterschied zwischen den morphologischen Gruppen verschiedener Ableitungen bzw. der “Unmöglichkeit” in Frage stehender Diphthonge.  Der Verf. beobachtet bisher in der einschlägigen Literatur unbekannte Diphthongfälle: Velkkua, Pöyttyä.

   Der Artikel enthält schließlich noch eine Klassifizierung der Pluralformen des Partitivs in der Mundart von Masku sowie eine umfangreiche Sammlung von Beispielen.

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